
Photos von Peter Dorfinger, Jonas Nefzger, Frederic Schwarz und Martin
Die drei Tage im Dezember auf der Otto-Leixl-Hütte sind mittlerweile der jährliche Fixpunkt der Schitourensaison. Während Frederic und die alteingesessene Runde aus Bayern dem Nirwana schon einige Schritte näher sind und, so wird zumindest behauptet, sich von der leidigen Schneefrage schon längst befreit haben, tun sich Francis und Martin mit der Entscheidung und der etwas langwierigen Anreise aus der Steiermark und/oder Frankreich jedes Jahr aufs Neue schwer. Der Wetterbericht sollte auch dieses Jahr nicht helfen. Kaum Niederschlag, Sonnenschein und Temperaturen um die 15°C im Flachland – nicht gerade winterlich. Mit etwas Optimismus wurden jedoch Schi und Rucksäcke gepackt und um 5h40 morgens ein Zug in Graz bestiegen. Nach dem zweiten Zugwechsel in Schwarzach war die Gruppe, mit Peter der von Villach startete, schon zu dritt und am Bahnhof Wörgl wartete Vroni. Noch ein kurzer Einkaufsstopp, um der Gefahr zu entgehen, zu wenig Flüssiges bis auf 1900m Seehöhe zu schleppen, und dann macht ein VW Caddy von ÖBB Rail & Drive sogar Inneralpbach leicht erreichbar. Das etwas ausgedünnte Kontingent der alteingesessenen Truppe wartete bereits am Parkplatz.





Aller Anfang ist schwer, aber Schneemenge und Stimmung berssern sich im Anstieg
Beim Anblick der grünen Wiesen Rund um den Parkplatz ließ der Optimismus kurzfristig nach. Spätestens bei der Filzalm war die Stimmung dann aber, ob einer dünnen, aber doch durchgehenden Schneedecke, wieder besser. Die richtige Dosis an Keksen von Koch Maus taten den Rest, um den Aufstieg vorbei an der Hütte bis zum Joch des Sonnenuntergangs zu meistern. Kekse oder nicht, das Abendlicht war beeindruckend.





Der Himmel brennt am Sonnenuntergangsjoch
Felle und wohlriechende Wäsche über dem Ofen zum Trocknen aufgehängt, hatte Maus am Abend bald einige Sous-Chefs mehr als im lieb war. Trotz der vielen Köche wurde Disziplin gewahrt, Bier und Schnaps ausschließlich auf den Chefkoch getrunken, und der Bolognese-Brei köstlich. Dank des moderaten Getränkekonsums, einer nur kurzlebigen Runde eines beliebten Würfelspiels und, nicht zuletzt, einer anstrengenden Abendschicht im Kartoffelschälen waren dann auch alle früh im Bett und am nächsten Morgen topfit und -motiviert vor der Hütte.






Auf den Koch und nicht auf die zuvielen Köche!
Eine kurze Abfahrt von halber Höhe war am nächsten Morgen drinnen bevor am Gipfel des Sonnjochs dann wieder kein Weg vorbei führte. Kurz danach wurden auch dessen Osthänge zwei Mal von 10-20cm unverspurtem Pulver gesäubert. Während das Höhenprofil der Tagestour der Kurve eines Elektrokardiogramms ähnelte, entzweite die Frage des adäquaten Kekskonsums auch an diesem Nachmittag die Gruppe. Ungeachtet dessen erfreute man sich aber allerseits eines gelungenen Schitages mit mehr Schnee als erwartet.








Sonnjoch x3
Nach dem Après-Ski wurde die größte Pfanne der Küche bald mit Öl und Butter gefüllt, einerseits um den Trocknungsprozess der Wäsche über dem Herd zu beschleunigen, andererseits um die Schnitzel goldbraun zu braten. Die Sous-Chefs mit Hammer und die an der Panierstrasse leisteten ganze Arbeit und Maus behielt als Frittierchef auch am zweiten Abend die Oberhand, während der Feuerschutzbeauftragte über die Pfanne voll Fett und den offenen Ofen locker hinwegblickte. Man könnte behaupten, dass die Goldbräune der Schnitzel zwischen den früh- und spät-gebratenen nicht vollkommen homogen war. Aber derartige Behauptungen wären angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen am Herd und der schwankenden Temperatur am offenen Feuer wohl vermessen. In Kombination mit dem am Vorabend angesetzten Kartoffelsalat waren die Schnitzel, und damit auch der zweite Abend, ein kulinarisches Highlight.




Otto-Leixl Après Ski





Butter und Schmalz…
Das gelungene Abendessen machte die Tourenentscheidung am dritten Tag nicht einfacher. Ein dritter Aufstieg zum Sonnjoch? Nein, das wäre wohl zu viel. Es wurde entschieden, nach Westen in Richtung des Galtenbergs aufzusteigen, um einen etwas steileren Nordosthang abzufahren – schließlich profitiert man nicht jeden Dezember, wenn auch leider immer öfter, von derartigem Schneemangel und niedriger Lawinengefahr.







Galtenberg Nordost
Das Unternehmen gelang und wurde mit einer schönen Abfahrt durch eine breite Rinne zur Steinbergalm belohnt. Kurz nach Mittag war bereits Einkehr bei der Filzalm und lange vergessen, dass sich die 200hm Aufstieg des Vormittags wohl kaum Tour schimpfen lassen können. Damit blieb wieder mal die leidige Schneefrage in Erinnerung, zumindest für die noch nicht Erleuchteten der Gruppe. Angesichts der sommerlichen Großwetterlage im Dezember des Jahres 2022 waren es dann doch drei überraschend gute Tourentage rund um die Otto-Leixl-Hütte. Wird die Entscheidung Ende 2023 leichter fallen? Mitnichten.
Navigate to
Pages
Categories
Leave a comment